Die Verkehrserziehung am HJG

Nicht Kunst und Wissenschaft allein, Geduld will bei dem Werke sein. (Goethe, Faust)

 

I st nicht die Verkehrserziehung etwas, was sich durch das ganze Schulleben ziehen kann und stellt dies nicht auch Schulkultur dar? Stellt die Verkehrserziehung möglicherweise so etwas dar, was auch zu einem Profil einer Schule gehört, dem Profil, von dem in letzter Zeit so viel die Rede ist? Kann die Verkehrserziehung nicht eine Menge von den Dingen abdecken, die in vielen modernen Überlegungen gefordert werden? Erziehung zum Miteinander, zur gegenseitigen Rücksichtnahme. Kann das die Verkehrserziehung nicht par excellence leisten? Warum aber wird die VE so stiefmütterlich behandelt? Weil sie so alt ist? Weil man niemanden mehr damit hinter dem Ofen hervorlocken kann? Weil es immer noch eine Reihe von Leuten gibt, die glauben, dass die VE darin bestehe, den Sinn von Verkehrsschildern zu vermitteln? Weil man darüber nichts Neues und Spektakuläres mehr berichten kann? Klar jede einzelne Aktion für sich genommen ist nichts Besonderes, wird so oder so ähnlich an jeder Schule immer mal wieder durchgeführt. Die Kontinuität und die durchgängige Konzeption machen den Wert aus. Nur der stete Tropfen höhlt den Stein.

E s wird hier nicht eine alte Idee neu aufgewärmt, vielmehr wird eine durchgängig aktuelle Problematik immer wieder von anderen Seiten beleuchtet. Zähigkeit und Ausdauer benötigt man. Man kann nicht schnell auf rasende Züge des Zeitgeistes aufspringen und mit ihnen durch das Schulleben surfen, obwohl man sagen muss, dass der Begriff Evaluation auch im Feld der Verkehrserziehung seine Berechtigung hat. Handelt es sich bei der Verkehrserziehung nicht um eine neue, alte Herausforderung an den Lehrer, erzieherisch in des Wortes positivster Bedeutung tätig zu werden?

N ein, die Verkehrserziehung ist nicht allein selig machend. Sie kann nicht isoliert stehen. Aber sie kann flankierend zu anderen Maßnahmen sein, oder selbst von anderen Dingen flankierend begleitet werden. So wird während der Busschule die gegenseitige Rücksichtnahme genauso angesprochen wie der Sicherheitsaspekt beim Busfahren. So wird die richtige Verkehrsmittelwahl am Fahrradtag behandelt wie das Tragen eines Helms. Die Lärmbelästigung und Umweltbelastung ist in der Mofa-AG genauso ein Thema wie die sichere Beherrschung des Mofas.

U nsere Schule hat sich der Verkehrserziehung dahingehend angenommen, dass sie den Schüler während seines ganzen Schullebens immer ein wenig begleiten soll.
5. Klasse: Busschule (regelmäßig am zweiten Montag im neuen Schuljahr)
6. Klasse: Teilnahme an der Aktion "Achtung Auto" (möglichst früh im neuen Schuljahr)
7. Klasse: Fahrradtag (regelmäßig an jedem dritten Donnerstag und Freitag im neuen Schuljahr)
8.-10. Klasse: Mofa-AG (läuft während eines jeden Schulhalbjahres)
Sek II: Verkehrserziehungstage (regelmäßig alle drei Jahre in der Woche vor den Herbstferien; zuletzt 2006)

S o hoffen wir, den Schülerinnen und Schülern neben dem notwendigen Sicherheitsaspekt auch eine Gesundheits-, Sozial- und Umwelterziehung zukommen zu lassen, die sich nachhaltig als ein Teil von Bildung positiv auswirkt.


Wilhelm Ewert, StD
VE-Obmann

Verbesserungsvorschläge oder Anregungen bitte an VE-Obmann (at) das-hier-loeschen.hjg-sim.de.