Einführung in die Nutzung der Mediothek

 

Bei der Recherche nach Literatur können grundsätzlich folgende Wege beschritten werden:

1. OPAC (Online Public Access Catalogue)

In der Mediothek stehen vier PCs ausschließlich für die Katalogrecherche zur Verfügung. Diese sog. "OPACs" sind immer in Betrieb. Wenn die Suche beendet wird, bleibt das OPAC-Fenster weiterhin geöffnet. Es kann nicht geschlossen werden, damit es für andere Nutzer sofort zur Verfügung steht.
Es gibt drei Kataloge, die alle je nach ihrer Eigenart für die Recherche genutzt werden können:
alphabetischer Katalog, systematischer Katalog, Schlagwortkatalog.
Es gelten die üblichen Suchregeln. Bei der Autorensuche muss z. B. zuerst der Nachname eingegeben werden, danach der Vorname („Nachname, Vorname“).


1.1 Stichwortsuche

In die Suchmaske des OPAC können auch Stichwörter eingegeben werden. Das Programm wird dann jedes Vorkommen dieses Wortes in seinem Bestand auflisten. Zum Bestand gehören Titel, Untertitel, Reihentitel, Verfasser- und Herausgebernamen und alle anderen Felder. Eine Stichwortsuche kann ergänzend hilfreich sein, doch wird sie immer dann nicht zu Ergebnissen führen, wenn Titel irreführend oder metaphorisch gewählt sind. Wenn z. B. jemand Literatur über das Tier Wolf sucht und „Wölfe“ als Stichwort eingibt, wird er auf den Titel „Wölfe im Schafspelz“ stoßen, einen Film über Rechtsextremismus.


1.2 Schlagwortsuche

Im Schlagwortkatalog sind den Veröffentlichungen Schlagwörter zugeordnet. Es kann gezielt nach Themen recherchiert werden. Die Suche im Schlagwortkatalog liefert i. d. R. eine hohe Anzahl relevanter Treffer, kann aber nicht ausreichen. Dafür gibt es zwei Gründe: Nicht alle Bücher der Altbestände sind verschlagwortet, Zeitschriftenartikel nur teilweise. Außerdem werden nur wesentliche Aspekte einer Veröffentlichung verschlagwortet.
Der Vorteil besteht darin, dass im oben genannten Beispiel (1.1) der politische Film nicht erscheint, wenn ein an dem Tier Wolf interessierter Nutzer das Schlagwort „Wölfe“ in die Schlagwortmaske eingibt. (Würde er das Wort in das Stichwortfeld eingeben, erschiene auch der politische Film; er müsste ihn dann nach Sichtung aussortieren, weil er nicht seinem Suchinteresse entspricht.) Umgekehrt wird derjenige, der Medien zum Thema „Rechtsextremismus“ sucht, über die Schlagwortsuche erfolgreich sein, weil der Bibliothekar in einem interpretatorischen Prozess den Titel „Wölfe im Schafspelz“ als Beitrag zum Thema „Rechtsextremismus“ gedeutet hat.

1.3 Alphabetischer Katalog

In diesem Katalog ist der Gesamtbestand der Mediothek nachgewiesen. Werke werden nach dem Personennamen des Autors (Nachname, Vorname) geordnet. Werke ohne Verfasserangaben stehen unter dem Titel im Katalog (Sachtitelaufnahmen). Im OPAC können alle Medien über das Suchfeld „Titel“ gefunden werden.
Tipp: Wenn man auf einem anderen Weg die Namen von Fachleuten einer Disziplin ermittelt hat, lohnt es sich oft im alphabetischen Katalog weitere Veröffentlichungen dieser Autoren zu suchen. Lohnend ist es fast immer die einschlägigen Monografien und Standardwerke, aber auch Fachzeitschriften in die Hand zu nehmen: Die Literaturverzeichnisse enthalten in der Regel die wichtigen Titel zu einem Thema. Den aktuelleren Stand findet man natürlich in Fachzeitschriften.
Diese Methode wird auch „Perlenmethode“ genannt.

 
1.4 Suche über die Systematik

Mit Hilfe der Systematikübersicht (roter Ringhefter bei den OPAC-PCs) verschafft man sich Klarheit darüber, welcher Systematikgruppe das eigene Thema zuzuordnen ist. Eine Übersicht der Systematikuntergruppen befindet sich auch an den Stirnseiten der jeweiligen Regale. Da, wo eine neue Untergruppe beginnt, befindet sich am Regalbrett eine entsprechende Beschriftung. Nach Systematikgruppen kann auch im OPAC recherchiert werden. Dabei sollte man sich vor vorschnellen Entscheidungen hüten. Zu vielen Themen findet man Informationen in verschiedenen Systematikbereichen. Wer sich z. B. mit Modellen der Demokratie beschäftigt, wird mit Sicherheit nicht nur im Systematikbereich ”Politik” fündig, sondern auch im Bereich ”Geschichte”. Wer ein ökologisches Thema bearbeitet, sollte die Gruppen ”Erdkunde”, ”Biologie”, ”Chemie” und „Politik“ berücksichtigen. Diesen ersten Schritt könnte man Suche in der Breite nennen.
Danach kommt die Suche in der Tiefe. Ziel ist es dabei, möglichst genau den Systematikbereich zu bestimmen, in dem die gesuchte Literatur erwartet wird. Diese Systematik-Untergruppen werden notiert und schließlich am Regal aufgesucht. An den Stirnseiten der Regale befindet sich die Übersicht über die jeweilige Systematikgruppe. Die Systematikuntergruppe wird außerdem an den oberen Regalböden angezeigt. Auf den Buchrücken befinden sich die Notationen wie im OPAC (z. B. C=Erdkunde, Ce=Europa, Ceo=Osteuropa). Hat man die richtige Systematikgruppe gefunden, empfiehlt es sich, auch die anderen Titel dieser Notation anzusehen. Danach können die Buchrücken betrachtet werden. Werke, die vielversprechend sind, sollten genauer geprüft werden, indem der Klappentext, das Register und das Inhaltsverzeichnis gelesen werden. Im Einzelfall ist auch die Lektüre von Textproben empfehlenswert.

2. ”Versteckte Bibliografien”

Allgemeine Nachschlagewerke (z.B. "Brockhaus-Enzyklopädie", "Encyclopaedia Britannica") und Fachlexika (z. B. "Religion in Geschichte und Gegenwart", "Lexikon des Mittelalters", ..., insb. Literaturlexika) enthalten auch Literaturhinweise. Hier findet man meistens die Standardwerke eines Faches oder die maßgeblichen Untersuchungen zu einem Teilgebiet des jeweiligen Faches. Nachteil: Neuere Veröffentlichungen fehlen meistens. Eine Ausnahme bilden die periodisch ergänzten Lexika ”KLG - Kritisches Lexikon zur deutschsprachigen Gegenwartsliteratur” und ”KLfG - Kritisches Lexikon zur fremdsprachigen Gegenwartsliteratur”.
Aktuelle Monografien (einbändige Werke) enthalten fast immer ein zum Zeitpunkt der Veröffentlichung aktuelles Literaturverzeichnis. Es lohnt sich immer eine der letzten Veröffentlichungen ausfindig zu machen, um den Forschungsstand und die neuste Literatur kennenzulernen.


3. Bibliografien

Bibliografien sind Bücher, in denen Veröffentlichungen systematisch zusammengestellt werden. Man unterscheidet allgemeine Bibliografien von Fachbibliografien. Sie erscheinen periodisch, z. B. vierteljährlich. Bibliografien erlauben die Suche nach Literatur unter verschiedenen Gesichtspunkten, weil sie die Veröffentlichungen sortiert anbieten. Die Sortierung orientiert sich meistens an der Systematik eines Faches, die sich auch (leicht abgewandelt) in der Ordnung einer Bibliothek wiederfindet, und der Chronologie. So ist es z. B. möglich gezielt Romanveröffentlichungen der Jahre 1999/2000 zu suchen.
Seitdem Computer für die Literatursuche zur Verfügung stehen, hat sich die Bedeutung der Bibliografien verringert. Sie bleiben aber weiterhin interessant, weil sie Literatur gegliedert anbieten und in einigen Fällen auch Kurzbeschreibungen der angezeigten Werke enthalten.

4. Internet

4.1 Suchmaschinen

Die üblichen Suchmaschinen im Internet (z. B. Google, Yahoo, Bing, ...) sind für die Literatursuche eher ungeeignet. Daneben verweisen sie oft auf Internet-Seiten, die zwar das eingegebene Stichwort enthalten, deren Informationsgehalt aber dürftig ist.
Meta-Suchmaschinen wie www.ixquick.de, www.metager.de, www.info.com oder www.etools.ch recherchieren in verschiedenen Suchmaschinen. Die Suchbegriffe sollten nicht zu weit gefasst werden, damit die Informationsfülle bewältigt werden kann. Mit logischen Operatoren (UND, ODER, [UND] NICHT) kann der Suchbereich so eingeschränkt werden, dass das Informationsangebot relativ genau zur eigenen Fragestellung passt.
Bei Google, Amazon sowie bei PaperC sind auch Volltextrecherchen möglich. Alle Suchmaschinen ermöglichen über erweiterte Suchfunktionen und Einstellungen eine genaue einschränkende Suche.
Die Qualität der angebotenen Information ist sehr unterschiedlich. Eine Veröffentlichung im Internet hat in der Regel keinen redaktionellen Prozess durchlaufen, wie das bei einem Buch oder Zeitschriftenartikel der Fall ist. Es gehört zum wissenschaftlichen Arbeiten und sollte auch für Referate und Aufsätze in allen Klassenstufen gelten, sich Klarheit über die Zuverlässigkeit einer Informationsquelle zu verschaffen. Homepages im Internet sollten stets mit der notwendigen Skepsis betrachtet werden. Schlechte Quellen können die eigene Arbeit verderben oder ganz wertlos machen.

4.2 Landesbibliothekszentrum, Bibliothekskataloge

Die Homepages bzw. OPACs (EDV-Kataloge) großer überregionaler Bibliotheken können zur Literatursuche empfohlen werden. Einen bequemen Einstieg bietet das Landesbibliothekszentrum (LBZ) in Koblenz: www.lbz.rlp.de. Dieses Bibliotheksportal ermöglicht eine Recherche in den Bibliothekskatalogen Deutschlands sowie einen Zugang zu Zeitschriften- und Fachdatenbanken. Die Homepage enthält mehrere Suchoptionen. Die wichtigsten sind: Autor, Titel, Stichwort, Schlagwort. Es ist in jedem Fall sinnvoll mehrere Wege zu gehen um ein möglichst vollständiges Ergebnis zu erzielen. Die Suche sollte grundsätzlich nicht beendet werden, wenn man meint, genau das gefunden zu haben, was man sucht.

Wird ein Suchbegriff im Feld Stichwort eingegeben, sucht das Programm in den meisten Feldern nach dem Vorkommen dieses Wortes. Jedes Vorhandensein im Titel oder Untertitel wird angezeigt unabhängig davon, ob das Suchwort den Inhalt des Buches charakterisiert, sodass sich vermutlich auch viele nicht relevante Dokumente auf der Trefferliste, die somit stark anwachsen kann, befinden. Vorsicht: Sollte der Suchbegriff nicht vorkommen, werden möglicherweise wichtige Veröffentlichungen übersehen. Wer z. B. Literatur über die Wende in der DDR sucht, wird auf diesem Weg nicht auf Monika Marons Roman ”Stille Zeile Sechs” stoßen, weil nichts im Titel auf ”DDR” oder ”Wende” hinweist. Aber auch ein Teil der Fachliteratur wird mit einer Stichwortsuche nicht gefunden.
Die Vergabe eines Schlagwortes dagegen ist ein interpretatorischer Prozess. Der Bibliothekar hat die Veröffentlichung geprüft und für sie meist mehrere Schlagwörter vergeben. Im o. g. Beispiel wird er wahrscheinlich entsprechende Schlagwörter eingegeben haben, die das Buch in seiner Thematik erkennen lassen und somit über das Schlagwortfeld recherchierbar machen.Wir empfehlen, eine thematische Recherche grundsätzlich mit einer Schlagwortrecherche zu beginnen. Sollte die Ergebnismenge an gefundenen Dokumenten in qualitativer und/oder quantitativer Hinsicht nicht zufriedenstellend sein, sollte zusätzlich auch eine Stichwortrecherche durchgeführt werden. Eine Suche über das Stichwortfeld kann jedoch eine Schlagwortrecherche nicht ersetzen, da ausschließlich Letztere eine gezielte thematische Recherche ermöglicht.

Wenn man als Nutzer des Landesbibliothekszentrums (LBZ) registriert ist, kann man Bücher über das Internet vorbestellen und sie zu einem festgelegten Zeitpunkt in Koblenz (Nähe Bahnhof) abholen. Diese Bibliothek ist wie viele andere wissenschaftliche Bibliotheken keine Freihandbibliothek, d. h. der Nutzer kann sich die Bestände nicht direkt ansehen und z. B. in den Büchern blättern. Über die sogenannte Fernleihe ist ausschließlich die Beschaffung von Sachliteratur bzw. wissenschaftlicher Literatur gegen ein geringes Entgelt (zur Zeit 2,00 € pro zugesandtem Buch, Aufsatzkopien sind kostenlos) möglich. Herr Kirschner hilft in diesem Fall gerne weiter.

 

4.3 eMediothek

4.3.1 eMediothek - eLinks

Auf den Seiten der Mediothek bieten wir u. a. die "eMediothek" an. Dort finden Sie unter "eMediothek - eLinks" Linksammlungen, die nach Themen zusammengestellt sind, einschl. der Linkliste "Informationsdienste". Bei den gefundenen Dokumenten handelt es sich i. d. R. um allgemeinverständliche Informationen.

4.3.2 eMediothek - Datenbanken und Facharbeit

Aus dem Internet haben wir auf der Seite "eMediothek - Datenbanken" eine Anleitung zur Facharbeit sowie Tipps zum Bewerten von Internetquellen und zum Zitieren elektronischer Dokumente verlinkt. Auch ist hier ein Hinweis auf "PaperC" angebracht. Dort können Fachbücher während eines begrenzten Zeitraums kostenlos gelesen werden.

Neben einer Datenbank-Sammlung zu Bereichen des täglichen Lebens - http://www.internet-datenbanken.de/ - bieten wir Ihnen auf der Seite "eMediothek - Datenbanken" speziell für die Anfertigung Ihrer Facharbeit eine Auflistung von Fachdatenbanken nach Sachgebieten an, die Sie zu fachspezifischen bzw. wissenschaftlichen Informationen führen. Diese thematische Aufstellung ist auch am Ende dieser Kurzeinführung aufgeführt.

Finden Sie selbst geeignete wissenschaftliche Datenbanken über das Datenbank-Infosystem "DBIS" und nutzen Sie das Informationssystem der Sondersammelgebiete (SSG) "Webis" . Verabredete Schwerpunkte der Literatur werden dort von ausgewählten Bibliotheken in Deutschland möglichst vollständig gesammelt.

4.4 Links, die weiterführen

Wenn Sie interessante Links rund um Bücher, Internetquellen, Volltexte, Podcasts, Hörbücher, Rezensionen, Studien- und Berufswahl, Zeitungs- und Zeitschriftenartikel u. v. a. m. suchen, werden Sie bestimmt auf der Seite "Links, die weiterführen" fündig.

 

4.5 Digitale Textdatenbanken

Das deutsche "Projekt Gutenberg" bietet rechtefreie Texte zum Download an. Dies setzt i. d. R. voraus, dass die Verfasser bereits seit mehr als 70 Jahren verstorben sind. Es befindet sich auf den Seiten des "Spiegel": http://gutenberg.spiegel.de.
Hier finden Sie Angaben zum Autor sowie den vollständigen Text der vorhandenen Werke. Der Text kann am Bildschirm durchgeblättert werden. Textstellen können kopiert und in eine Textverarbeitung übernommen werden.
Beim "Projekt Gutenberg" handelt es sich um die größte Online-Volltextsammlung klassischer Texte deutschsprachiger Autoren. Mehr als 6 000 Bücher, 21 000 Gedichte und über 8 000 Märchen, Fabeln und Sagen warten hier auf neugierige Leser.

Die englischsprachige Fassung des "Project Gutenberg International" ist noch wesentlich umfangreicher als das deutsche Portal. Sie bietet einen Zugang zu mehr als 40 000 eBooks im Volltext: www.gutenberg.org/catalog/.
Mit der Funktion "Browse Catalog" kann man Autoren und Titel anklicken. Auch hier können die gefundenen Texte nach dem kostenfreien Download bearbeitet werden. Eine Fundgrube für den Fremdsprachenunterricht!

 

5. Sonderfall Zeitschriften

 

Zeitschriften sind wichtig, weil sie aktueller sind und oft auf knappe und anschauliche Weise Inhalte präsentieren. Deswegen sollten auch populärwissenschaftliche Zeitschriften berücksichtigt werden. Fachzeitschriften enthalten in der Regel sehr spezielle Inhalte.
In der Mediothek liegen die Zeitschriften des laufenden Jahres in Regalen offen aus oder sie liegen in den Schränken über oder unter der Auslage. Ältere Jahrgänge sind im Archiv zugänglich.
Eine Liste der vom Herzog-Johann-Gymnasium abonnierten Zeitschriften liegt am E-Regal in der Nähe der OPAC-Rechner aus.
Die meisten Zeitungen und Zeitschriften (z. B. Spiegel, Focus, Bild der Wissenschaft, FAZ) veröffentlichen auf ihrer Homepage ein Archiv, in dem die publizierten Aufsätze verzeichnet sind. Dort können Artikel mit Suchinstrumenten gefunden und ausgedruckt werden. Manchmal ist die Recherche auf einer Homepage kostenpflichtig.
Verweisen möchten wir an dieser Stelle auf Punkt "4.4 Links, die weiterführen". Auf der gleichnamigen Seite finden Sie nämlich unter der Überschrift "Zeitungs- und Zeitschriftenartikel" nicht nur Portale der Verlage im Internet, sondern auch entsprechende Suchmaschinen und Kataloge.

 

6. Wissenschaftliches Arbeiten

 

Wissenschaftlich arbeiten heißt wesentlich, eine Arbeit so zu gestalten, dass sie kritisiert werden kann. Das Wort “kritisieren” kommt aus dem Griechischen und bedeutet ursprünglich “beurteilen”. Nur durch die kritische Rezeption und die Kommunikation über einen Text kann man einen Erkenntnisfortschritt erwarten.

Ein Ergebnis kann grundsätzlich aus zwei Gründen falsch sein:
1. Es wird von falschen Voraussetzungen ausgegangen:
Diese können implizit oder explizit sein. Eine Implikation ist eine stillschweigende Annahme, die ungeprüft in einen Gedankengang einfließt. Eine explizite falsche Voraussetzung liegt vor, wenn ein Autor guten Glaubens auf ein Ergebnis fremder oder eigener Forschung zurückgreift, das er für wahr hält, das aber in Wirklichkeit einer Überprüfung nicht stand hält.
2. Es können fehlerhafte Schlussfolgerungen gezogen werden.

Deswegen ist es wichtig, dass nicht nur Ergebnisse dokumentiert werden, sondern auch deren Entstehungsbedingungen. Wissenschaftlich arbeiten heißt die Grundlagen und Schlussfolgerungen transparent machen, also zu zeigen, aus welchen Voraussetzungen auf welche Weise Ergebnisse abgeleitet werden. Der Leser soll einerseits die Tatsachen und Annahmen, auf denen eine Argumentation fußt, erkennen können und andererseits die Qualität der Schlussfolgerungen beurteilen können.
Grundlage des wissenschaftlichen Arbeitens ist deshalb die exakte Dokumentation der Herkunft von Aussagen. Übernahmen aus anderen Texten sind durch Anführungszeichen ( “ ” ) als Zitate zu kennzeichnen. Anführungszeichen innerhalb eines Zitates erscheinen dann als halbe Anführungszeichen ( ` ´ ). Durch eine Fußnote ( ) wird die Herkunft der wörtlichen Übernahme angegeben. Die Fußnote verweist auf den Fußnotentext, wo die Fundstelle nachgewiesen ist. Die Fußnoten sollten sich auf den jeweiligen Seiten der Arbeit ganz unten befinden. Sie können durch eine Linie vom fortlaufenden Text optisch getrennt werden. Sie können auch durch eine kleinere Schrift als Fußnoten kenntlich gemacht werden. Befinden sich die Fußnoten am Ende der Arbeit in einem Anhang, erschwert dies das Lesen der Arbeit wegen des Nachschlagens. Textverarbeitungsprogramme wie z. B. Word oder Open Office erleichtern die Verwaltung der Fußnoten (vgl. in Word Menupunkt “Einfügen”).
Auch nicht wörtliche Übernahmen fremden Gedankengutes (z. B. in der indirekten Rede) sind durch eine Fußnote nachzuweisen. Dann ist es üblich, den Fußnotentext mit “Vgl.” beginnen zu lassen.
Die Fußnote enthält die Seitenzahl oder die Seitenzahlen der Fundstelle, das Literaturverzeichnis am Ende einer Arbeit nicht, es sei denn, es handelt sich um Aufsätze aus Zeitschriften oder Sammelwerken. Dann werden die Seiten des gesamten Beitrags genannt.
In Fußnoten können auch eigene weniger wichtige Bemerkungen stehen.

Versuchen Sie allen Quellen gegenüber einen kritischen Standpunkt einzunehmen und beschreiben sie ihn wenn notwendig. Die vorschnelle Übernahme fremden Gedankengutes, bes. von Wertungen, kann die Qualität der eigenen Leistung rasch mindern. Bemühen Sie sich um Reflexionsdistanz.
Die bibliografischen Angaben sind so zu gestalten, dass das Werk eindeutig bezeichnet wird. Die Angabe von Verlagsnamen ist unüblich und überflüssig. Der Erscheinungsort wird angegeben, um die Beschaffung eines Werkes im Fernleihverkehr sicherzustellen. Auflage und Erscheinungsjahr müssen vermerkt werden, weil sich Textinhalte oder Seitenzählung in Auflagen verändern können.



Die wichtigsten Fälle als Beispiel:

1. Ein Autor, ein Werk (mit Untertitel):
Dewdney, John Wiley: Alles fauler Zauber? IQ-Tests, Psychoanalyse und andere umstrittene Theorien. Basel, 1998

2. Zwei Verfasser, Angabe der Auflage:
Griesbach, Heinz / Schulz, Dora: Grammatik der deutschen Sprache. 8. Aufl. München, 1970

3. Mehr als zwei Verfasser:
Watzlawick, Paul u. a.: Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. 4. Aufl. Bern, 1974

4. Mehrbändige Werke:
Rilke, Rainer Maria: Sämtliche Werke. Werkausgabe, Bd. 3. Frankfurt, 1976

5. Beiträge in Sammelwerken (Seitenzahl des Aufsatzes auch im Literaturverzeichnis angeben):
Campenhausen, Axel von: Kirche und Staat heute. In: Denzler, Georg (Hrsg.): Kirche und Staat auf Distanz. Historische und aktuelle Perspektiven. München, 1977. S. 220 – 224

6. Zeitschriftenaufsätze:
Shorter, Edward: Der Wandel der Mutter-Kind-Beziehungen zu Beginn der Moderne. In: Geschichte und Gesellschaft. Zeitschrift für Historische Sozialwissenschaft. 1. Jg. Heft 2/3, 1975. Seite 256 -287

7. Internetquellen:
Parr, Rolf: Stichprobe zur Gewinnung einer kultursoziologischen Realtypologie von Intellektuellenassoziationen. Kap. 5: Wissenschaftler (12.09.2000). In: IASLonline. URL: iasl.uni-muenchen.de/rezensio/liste/parr.htm (14.03.2003)

 



7. Kurzeinführung in den Räumen der Mediothek

 

Nach Durcharbeiten dieser Einführung erhalten Sie – in Begleitung Ihres Kurslehrers - eine Kurzeinführung in die Benutzung der Mediothek vor Ort anhand praktischer Beispiele. Hierbei wird der Bibliothekar die Vorgehensweise bei Recherchen anhand von Themen, die Sie aktuell im Fachunterricht bearbeiten, demonstrieren. Bitte überlegen Sie sich zuvor Fragen und mögliche zugehörige Recherchestrategien.



Wichtige Literatur in der Mediothek

-Alles mit Methode: Wissenschaftliches Arbeiten in der Oberstufe / hrsg. von Konrad Notzon. - München, 2009
 Adn ALLE

-Schuster, Michael:
 Das W-Seminar: Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten. - Buchner, 2009
 Adn SCHU

-Klösel, Horst:
 Facharbeit: Planen - Schreiben - Präsentieren. Schülerarbeitsheft Deutsch, Sek. II. - Stuttgart, 2000
 Adn KLöS

-Spandl, Oskar Peter:
 Die Organistation der wissenschaftlichen Arbeit. - Braunschweig, 1974
 Adn SPAN

-Poenicke Klaus:
 Wie verfasst man wissenschaftliche Arbeiten ? : Systematische Materialsammlung, Bücherbenutzung, Manuskriptgestaltung. -
 Mannheim, 1977
 Adn POEN

-Anleitung zur Abfassung literaturwissenschaftlicher Arbeiten / Kurt Rothmann(Hrsg.). - Stuttgart,
 1974 u. 1991 (mehrere Exemplare vorhanden)
 Ade ANLE

-Martin-Beyer, Wolfgang / Mergenthaler-Walter, Brigitte:
 Facharbeit und besondere Lernleistung im naturwissenschaftlichen Unterricht. – Stuttgart, 1999
 (mit CD-ROM)
  Adn MART / Adn, 00782/CD

-Schardt, Bettina:
 Referate und Facharbeiten: effektive Arbeitstechniken für die Oberstufe. - Freising, 1999
 Adn SCHA

-Duden: Die schriftliche Arbeit / hrsg. v. Jürg Niederhauser. 3. völlig neu bearbeitete Aufl. - Mannheim, 2000
 Adn DUDE

-Knobloch, Jörg:
 Referate halten lernen: Inhaltsangabe, Protokoll. Referat, Facharbeit. 1. Aufl. - Lichtenau, 2001
 Adn KNOB

-Möbius, Thomas:
 Die Facharbeit: 11. – 13. Jahrgangsstufe. 1. Aufl. - Hollfeld, 2001
 Adn MÖBI




Fit für die Facharbeit - Datenbanken


1. Infosysteme

Datenbank-Infosystem "DBIS"
Dienst, der wissenschaftliche Datenbanken verzeichnet
http://www.bibliothek.uni-regensburg.de/dbinfo/

Informationssystem der Sondersammelgebiete (SSG) "Webis"
Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken - nach Sachgruppen (systematisch) und mittels Schlagwortsuche
http://webis.sub.uni-hamburg.de/
Sammelschwerpunkte an deutschen Bibliotheken - nach Fachportalen (alphabetisch)
http://blogs.sub.uni-hamburg.de/webis/fachportale/


2. Fachdatenbanken nach Sachgebieten

Germanistik
Germanistik im Netz (GiN) - Virtuelle Fachbibliothek Germanistik
http://www.germanistik-im-netz.de/
Linguistik - Portal für Sprachwissenschaft
http://www.linguistik.de/

Anglistik
Anglistik Guide - Virtual Library of Anglo-American Culture (VLib-AAC)
http://www.anglistikguide.de

Wörterbücher
LEO - Mehrsprachiges Wörterbuch mit Sprachausgabe
http://www.leo.org/
Linguee - Englisch-Deutsch-Wörterbuch mit Sprachausgabe und Beispielsätzen
http://www.linguee.de/

Romanistik
Romanistik im Internet
http://tu-dresden.de/die_tu_dresden/fakultaeten/fakultaet_sprach_literatur_und_kulturwissenschaften
Virtuelle Fachbibliothek Romanischer Kulturkreis
http://www.vifarom.de/

Osteuropa
ViFaOst - Virtuelle Fachbibliothek zur Osteuropaforschung
http://www.vifaost.de/

Geschichte
Propylaeum - Virtuelle Fachbibliothek Altertumswissenschaften
http://www.propylaeum.de/
Informationsweiser Geschichte / History Guide - geschichtswissenschaftlich relevante Internetquellen
http://aac.sub.uni-goettingen.de/history/guide/
CLIO online - Fachportal für die Geschichtswissenschaften
http://www.clio-online.de/
historicum.net - Geschichtswissenschaftliche Informationsangebote im Internet
http://www.historicum.net/

Sozialkunde und Politik
Sowiport - Das Portal für Sozialwissenschaften
http://www.sowiport.de/
IREON - Fachportal Internationale Beziehungen und Länderkunde
http://www.ireon-portal.de/
Bundeszentrale für politische Bildung - Politische Nachrichten und Hintergrundwissen
http://www.bpb.de/
Europa - Informationen über die EU und ihre Institutionen
europa.eu/index_de.htm

Philosophie
UTB-Online-Wörterbuch Philosophie
http://www.philosophie-woerterbuch.de/

Recht

Virtuelle Fachbibliothek Recht
http://vifa-recht.de/

Erdkunde
GEODOK - Geographische Literaturdatenbank
http://www.geodok.uni-erlangen.de/
Nationmaster - Länderstatistiken weltweit erschlossen in englischer Sprache
http://www.nationmaster.com/
IREON - Fachportal Internationale Beziehungen und Länderkunde
http://www.ireon-portal.de/
GEO-LEO -  Informationsressourcen zum System Erde und Weltall
http://geoleo.sub.uni-goettingen.de/geoleo/www-docs/

Mathematik
Fachinformationsdienst Mathematik
http://fidmath.de/

Biologie und Medizin
ViFaBio - Virtuelle Fachbibliothek Biologie
http://www.vifabio.de/
LIVIVO - Das Portal für Lebenswissenschaften
(Medizin, Gesundheitswesen, Ernährungs-, Umwelt- und Agrarwissenschaften)
https://www.livivo.de/

Chemie
Fachdatenbank Chemie
http://www.chemie.de/

Physik
Welt der Physik
http://www.weltderphysik.de/

Naturwissenschaften und Technik
TIB-Portal (Technische Informationsbibliothek) - Fachinformationen für Technik und Naturwissenschaften
https://www.tib.eu/de/

Musik, Schauspiel, Medien
ViFa Musik - Virtuelle Fachbibliothek Musikwissenschaft
http://www.vifamusik.de/
adlr.link - Ressourcen für Kommunikations-, Medien-, Filmwissenschaft und Publizistik
https://katalog.adlr.link/
Fachinformationsdienst Darstellende Kunst (FID) für Theater- und Tanzwissenschaft
http://www.performing-arts.eu/

Kunst
IFA Künstlerdatenbank
http://kuenstlerdatenbank.ifa.de/
Art Discovery Group Catalogue - Virtual Catalogue for Art Historical Literature
http://artdiscovery.net/
Getty Research Library Catalog
http://library.getty.edu/

Sport
ViFa Sport - Virtuelle Fachbibliothek Sportwissenschaft
http://www.vifasport.de/
SPOLIT - BISp-Recherchesystem Sport (Bundesinstituts für Sportwissenschaft)
http://www.bisp-datenbanken.de/



Wissenschaftliche Suchmaschinen

Base

Eine der weltweit größten Suchmaschinen für frei zugängliche (Open Access) wissenschaftliche Dokumente im Internet. Moderne Fachliteratur ist in der Mehrzahl der Fälle im Volltext verfügbar.

Dissonline

Die Deutsche Nationalbibliothek sammelt Online-Dissertationen und -Habilitationen (im Volltext zugänglich).

Google Scholar

Suchmaschine für wissenschaftliche Literatur. Dazu gehören vor allem Artikel aus Fachzeitschriften, Bücher und technische Berichte - als Volltext oder als bibliographischer Nachweis angezeigt.