Verdunfahrt 2017

Verdun - Die Hölle des Ersten Weltkrieges von Manée Tonkel und Elea Reischl (10c)


„Wie sinnlos ist alles, was je geschrieben, getan, gedacht wurde, wenn so etwas ... [mehr]

Verdunfahrt der Klasse 10c

Am Dienstag, den 28. März, fuhren wir mit unserer Geschichtslehrerin Frau Hölz und dem ehemaligen Deutsch- und Geschichtslehrer Herr Rausch nach Verdun. Trotz der frühen Abfahrtszeit freuten wir uns alle darauf, die Geschichte praktisch zu erleben.

Unser erster Halt war auf einem deutschen Soldatenfriedhof in Abaucourt-Hautecourt. Dort ruhen ca. 7900 Soldaten. Die Grabsteine der christlichen Soldaten, die einen Großteil der Gefallenen ausmachten, sind in Kreuzform. Die Gräber der 12 jüdischen Gefallenen auf diesem Friedhof besitzen eine Steinstele als Grabstein.

 

Danach ging es weiter zum Mémorial de Verdun, der Gedenkstätte zur Schlacht von Verdun. Das erst kürzlich anlässlich des hundertjährigen Jahrestags der Schlacht von Verdun (2016) renovierte Museum zeigte uns die zahlreichen Facetten des schrecklichen Weltkriegs. Zum Einstieg sahen wir einen kurzen Film, der die Geschehnisse des Ersten Weltkriegs kurz und prägnant zusammenfasste. Danach durften wir in Kleingruppen das Museum besichtigen, das durch die vielen Hörstationen und anschaulichen Ausstellungsstücke sehr informativ und interessant war.

Nach eineinhalbstündiger Besichtigung ging es zum Fort Douaumont, der größten und stark befestigten Kaserne im Ersten Weltkrieg. Eindrucksvoll erfuhren wir, wie das Leben im feuchten und kalten Untergrund gewesen sein musste. Dies wurde uns besonders deutlich, als Hr. Rausch das Geräusch einer einschlagenden Granate simulierte.

 

Das Gebeinhaus Ossuaire war unser vorletzter Tagespunkt. Die erschreckend große Anzahl der nicht identifizierten Knochen der Soldaten und die riesige Fläche mit den 15.000 Gräbern waren für uns alle schockierend und überwältigend zugleich.

 

 

 

 

 

Als Abschluss unserer Exkursion fuhren wir in das komplett zerstörte Dorf Fleury-devant-Douaumont. Die Bewohner des Dorfes wurden auf Grund des damals anstehenden Krieges evakuiert und konnten nach Ende des Ersten Weltkrieges nicht mehr in ihren Heimatort zurückkehren, da die Folgen des Krieges das Leben dort unmöglich gemacht hatten.

Besonders beeindruckt hat uns, dass Fleury auch heute noch einen Bürgermeister sowie eine Postleitzahl besitzt. Die Bewohner gerieten also nie in Vergessenheit. Außerdem wurden uns die Auswirkungen des Krieges auf die Bodenbe-schaffenheit auch nach einem Jahrhundert noch sichtbar. Auf dem Friedhof des Beinhauses fanden wir auch heute noch zahlreiche Granatsplitter, die an den Ersten Weltkrieg erinnern.

Wir sind sehr dankbar, dass wir durch diesen Tag die Geschichte nicht nur durch Schulbücher, sondern an den Schauplätzen hautnah erleben und unser Vorwissen mit den Eindrücken verknüpfen konnten. Besonders positiv fanden wir, dass trotz des bedrückenden Themas die Hoffnungen auf ein sicheres und friedliches Miteinander in Europa immer betont wurden.

 

Klasse 10c

Wandertag der 10. Klassen nach Verdun

Der erste Wandertag im neuen Schuljahr ist immer ein langer Tag für die Schüler und Schülerinnen der 10. Klassen – aber auch ein beeindruckender. Es geht zu den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs nach Verdun.

 

1916 – noch nicht einmal ein Jahr dauerte die Schlacht um Verdun, die ca. 300.000 Soldaten auf beiden Seiten das Leben kosten sollte. Der Frontverlauf veränderte sich in dieser Zeit nur unwesentlich.

Auch fast hundert Jahre nach dieser Katastrophe lassen sich noch die Spuren des Krieges finden – im Kleinen wie im Großen. Der Boden ist extrem eisenhaltig und die Verteidigungsanlagen lassen sich besichtigen.

Die Schüler können an diesem Tag trotz der zeitlichen Entfernung zum Geschehenen ganz nah an den Ereignissen teilhaben. Mit Bussen werden wichtige Schlachtorte bzw. Erinnerungsstätten angefahren.

 

Auftakt des Tages bildet der Besuch von einem der größten deutschen Soldatenfriedhöfe in Hautecourt, auf dem 7885 Gefallene ruhen. Kreuze markieren die Grabstätten der christlichen, Granitplatten die der jüdischen deutschen Toten.

Im Anschluss wird das eigentliche Schlachtfeld angesteuert. Fort Douaumont zeigt noch heute eindrucksvoll, wie das Leben in den Kassematten tief unter der Erde gewesen sein muss. Die (zur Zeit noch verfügbare) deutschsprachige Führung erzählt einfühlsam vom Kriegsalltag. Selbst wenn draußen an der Oberfläche die warme Spätsommersonne scheint, fühlt man sich im feuchten und kalten Untergrund des Forts wenig sommerlich.

Das Beinhaus von Douaumont beherbergt die sterblichen Überreste von 130.000 nicht identifizierten Soldaten – aus den Knochen ist nicht ersichtlich, ob es sich um deutsche oder französische Soldaten handelt. Vor dem Gebeinhaus erstreckt sich ein französischer Soldatenfriedhof mit 15.000 Gräbern. Im Memorial selbst werden die Schüler eine Film zu sehen bekommen, der die Frage nach dem „Sinn“ moderner Kriege stellt.

Das Ansehen eines weiteren Films und ein Rundgang werden im Museum ermöglicht. Hier sind zahllose Fundstücke aus der Schlacht ausgestellt. Ein nachgebautes Stück des Schlachtfeldes lässt erahnen, dass die Erde um Verdun durch Granaten vielfach umgepflügt worden ist. Direkt neben dem Museum schließt sich eine im Wald gelegene Hügelige Landschaft an. Schilder weisen dieses Gebiet als den Ort Fleury aus. Das Dorf ist verschwunden. Die Schlacht hat nicht einmal Ruinen zurückgelassen. Kleine Hinweisschilder lassen mit Fantasie erahnen, wie der Ort mit Schuster, Bäcker und Bauernhöfen einst ausgesehen haben könnte.

 

Ein kurzer Besuch in der modernen Stadt Verdun lässt das Gesehene und Gehörte des Tages in den Hintergrund rücken, bevor es wieder zurück auf den Hunsrück geht.

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