31.05.2017

Verdunfahrt der Klasse 10c

Von: Lina Hartmann & Nina Busch

- Geschichte hautnah -





Am Dienstag, den 28. März, fuhren wir mit unserer Geschichtslehrerin Frau Hölz und dem ehemaligen Deutsch- und Geschichtslehrer Herrn Rausch nach Verdun. Trotz der frühen Abfahrtszeit freuten wir uns alle darauf, die Geschichte praktisch zu erleben.

Unser erster Halt war auf einem deutschen Soldatenfriedhof in Abaucourt-Hautecourt. Dort ruhen ca. 7900 Soldaten. Die Grabsteine der christlichen Soldaten, die einen Großteil der Gefallenen ausmachten, sind in Kreuzform. Die Gräber der 12 jüdischen Gefallenen auf diesem Friedhof besitzen eine Steinstele als Grabstein.

Danach ging es weiter zum Mémorial de Verdun, der Gedenkstätte zur Schlacht von Verdun. Das erst kürzlich anlässlich des hundertjährigen Jahrestags der Schlacht von Verdun (2016) renovierte Museum zeigte uns die zahlreichen Facetten des schrecklichen Weltkriegs. Zum Einstieg sahen wir einen kurzen Film, der die Geschehnisse des Ersten Weltkriegs kurz und prägnant zusammenfasste. Danach durften wir in Kleingruppen das Museum besichtigen, das durch die vielen Hörstationen und anschaulichen Ausstellungsstücke sehr informativ und interessant war.

Nach eineinhalbstündiger Besichtigung ging es zum Fort Douaumont, der größten und stark befestigten Kaserne im Ersten Weltkrieg. Eindrucksvoll erfuhren wir, wie das Leben im feuchten und kalten Untergrund gewesen sein musste. Dies wurde uns besonders deutlich, als Herr Rausch das Geräusch einer einschlagenden Granate simulierte.

Das Gebeinhaus Ossuaire war unser vorletzter Tagespunkt. Die erschreckend große Anzahl der nicht identifizierten Knochen der Soldaten und die riesige Fläche mit den 15.000 Gräbern waren für uns alle schockierend und überwältigend zugleich.

Als Abschluss unserer Exkursion fuhren wir in das komplett zerstörte Dorf Fleury-devant-Douaumont. Die Bewohner des Dorfes wurden auf Grund des damals anstehenden Krieges evakuiert und konnten nach Ende des Ersten Weltkrieges nicht mehr in ihren Heimatort zurückkehren, da die Folgen des Krieges das Leben dort unmöglich gemacht hatten.

Besonders beeindruckt hat uns, dass Fleury auch heute noch einen Bürgermeister sowie eine Postleitzahl besitzt. Die Bewohner gerieten also nie in Vergessenheit. Außerdem wurden uns die Auswirkungen des Krieges auf die Bodenbeschaffenheit auch nach einem Jahrhundert noch sichtbar. Auf dem Friedhof des Beinhauses fanden wir auch heute noch zahlreiche Granatsplitter, die an den Ersten Weltkrieg erinnern.

Wir sind sehr dankbar, dass wir durch diesen Tag die Geschichte nicht nur durch Schulbücher, sondern an den Schauplätzen hautnah erleben und unser Vorwissen mit den Eindrücken verknüpfen konnten. Besonders positiv fanden wir, dass trotz des bedrückenden Themas die Hoffnungen auf ein sicheres und friedliches Miteinander in Europa immer betont wurden.