Justizdrama zieht Publikum in seinen Bann

Theater HJG-Schüler erhielten viel Applaus für Aufführung von „Die zwölf Geschworenen“

M Simmern. „Die zwölf Geschworenen“ krönten das Jubiläumsjahr am 550-jährigen Herzog-Johann-Gymnasium. Das Justizdrama nach Reginald Rose, für die deutsche Bühne dramatisiert von Horst Budjuhn, lockte zahlreiche Zuschauer ans HJG.

Die Handlung dürfte einigen Zuschauern aus der Spielfilmfassung bekannt gewesen sein: Als zwölf Geschworene nach einem Mordprozess über Schuld und Unschuld entscheiden sollen, scheint ihr Urteil schon beschlossen. Doch eine Person besteht auf einen berechtigten Zweifel.

So sitzen die Geschworenen ausgerechnet am heißesten Tag des Jahres nach der Gerichtsverhandlung zusammen und beraten. Es scheint eine recht kurze Beratung zu werden. Schließlich – und da gibt es kaum Zweifel – muss herzlich wenig geklärt werden: Der Angeklagte hat seinen Vater kaltblütig umgebracht. Darin sind sich die Zeugen, die Polizei und letztlich auch elf Geschworene einig. Nur die Geschworene Nummer acht ist sich der Sache nicht ganz sicher. Da das Urteil einstimmig gefällt werden muss, kann sie sich nicht dazu entschließen, den Angeklagten schuldig zu sprechen, denn ihr Ja würde den Angeklagten auf den elektrischen Stuhl bringen. Kann sie wirklich ohne jeden Zweifel von der Schuld überzeugt sein? Sie beginnt den Fall Stück für Stück auseinander zu nehmen. Im Laufe der Zeit werden auch die Zweifel der anderen Geschworenen immer größer und das anfängliche Votum beginnt zu bröckeln.

Die interessierten Zuschauer, die sich zahlreich in der Mehrzweckhalle des Herzog-Johann-Gymnasiums eingefunden hatten, konnten verfolgen, wie schwierig es ist, gegen den Strom zu schwimmen, hartnäckig für seine Überzeugung zu stehen und übertragene Verantwortung wahrzunehmen. Auf der Suche nach der Wahrheit, nach Schuld und Unschuld gerieten die zwölf Geschworenen in einen Strudel von Emotionen, Zweifeln, Widersprüchen und Zivilcourage. Am Ende musste der Grundsatz „im Zweifel für den Angeklagten“ gelten, aber bis es so weit war, wurde unter den zwölf Geschworenen argumentiert, gestritten, geweint, gestaunt, gelacht, gezweifelt und geschwitzt.

Die Akteure des Theaterprojektes aus den Jahrgangsstufen 12 und 13 haben alles gegeben, um die Zuschauer mitzureißen: Anna-Lena Henrich (Gerichtsdiener), Carolin Scheffler (Geschworene Nummer eins), Oliver Thon (Nummer zwei), Patrick Stupp (Nummer drei), Manuela Jesion (Nummer vier), Linda Frehmann (Nummer fünf, Lara Berres (Nummer sechs), Eric Heß (Nummer sieben), Luisa Klingels (Nummer acht), Marie Kötz (Nummer neun), Alma Dizdaric (Nummer zehn), Rebekka Lippel (Nummer elf) und Karen Berg (Nummer zwölf) gelang es vortrefflich, mitreißend und authentisch zu spielen und somit das Publikum in ihren Bann zu ziehen. Die beiden Regisseure Katharina Georg und Tilman Koepsel zeigten sich überaus glücklich und zufrieden mit den Leistungen ihrer Schüler, die im Rampenlicht den tosenden Applaus entgegennahmen.

Der Dank der Schulgemeinschaft ging aber auch an die Helfer, die hinter der Bühne zum Erfolg beitrugen. Patricia Schreiner und Florian Elbert agierten als Souffleure, und für die Maske waren Wiebke Göth, Elke Koepsel und Margarete Rausch zuständig.